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Gesundes Kinderzimmer

Kinder durch Schadstoffe in Spielzeug belastet

Kinder reagieren besonders empfindlich auf Schadstoffe in ihrer Umgebung. Untersuchungen haben gezeigt, dass unter anderem Weichmacher aus PVC das Risiko für Neurodermitis bei Kindern stark erhöhen. Formaldehyd aus zum Beispiel Spanplatten kann Krebs auslösen. Gefährliche Schadstoffe lauern aber auch in Spielzeug und Textilien. Einige dieser Chemikalien können Allergien auslösen oder das Erbgut schädigen. In ihrem Zimmer verbringen Kinder im Durchschnitt 14 Stunden täglich. Vorhandene Schadstoffe können also sehr lange auf Kinder einwirken. Dies gilt auch für die wichtige Erholungsphase in der Nacht. Ein schadstoffarmes Kinderzimmer sollte daher für Eltern oberste Priorität haben. Dieser Ratgeber gibt wertvolle Tipps zur schadstoffarmen Einrichtung und Renovierung von Kinderzimmern.

Wann ist ein Kinderzimmer nicht schadstoffarm?

Leider sind Einrichtungsgegenstände in Kinderzimmern nicht immer so schadstoffarm wie sie sein sollten. In Möbeln können z.B. schadstoffhaltige Kleber und Lacke verarbeitet worden sein. Diese schädlichen Substanzen gelangen in die Raumluft und durch die Atmung in den Körper.
In älteren Häusern und Wohnungen wurden Balken sowie hölzerne Innenverkleidungen und Fußböden häufig mit gesundheitsschädlichen Holzschutzmitteln behandelt. Besonders schädliche Vertreter sind hier Lindan und PCP (Pentachlorphenol). [1] PCP schädigt unter anderem Leber und Immunsystem. Außerdem kann es die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern negativ beeinflussen. PCP ist auch sehr oft mit den noch gefährlicheren Dioxinen verunreinigt. Lindan steht im Verdacht, krebserregend zu wirken. Auch eine Beteiligung an der Entstehung von Multipler-Sklerose wird diskutiert. Eine weitere Gruppe von Schadstoffen sind Weichmacher wie Butylbenzylphthalat. Ein Kinderzimmer kann also in der Regel auch nicht als schadstoffarm bezeichnet werden, wenn Kunststoffmöbel und Fußböden aus PVC vorhanden sind. Eine erhöhte Aufnahme von Weichmachern über die Atemluft oder die Nahrung erhöht bei Kindern unter anderem das Risiko für Neurodermitis. Lacke, Wandfarben und Klebstoffe von Fußböden enthalten teilweise schädliche Lösungsmittel, die zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindel und Allergien auslösen können. Ansonsten schadstoffarme Kinderzimmer können in Altbauten durch Nachtspeicheröfen mit krebserregenden Asbestfasern belastet werden.

Kinderzimmer schadstoffarm einrichten

Für schadstoffarme Kinderzimmer sollten möglichst nur naturbelassene Materialien verwendet werden. Fußböden aus Kork oder unbehandelten Holzdielen dünsten keine Schadstoffe aus und produzieren wenig problematischen Hausstaub. Möbel sollten nicht aus Spanplatten oder Kunststoff bestehen. Auch hier ist unbehandeltes Holz die erste Wahl. Für die Oberflächenbehandlung können aber auch natürliche Öle und Harze verwendet werden. Viel Holz im Kinderzimmer verbessert das Raumklima durch dessen feuchtigkeitsregulierende Wirkung. Für schadstoffarme Kinderzimmer sollten möglichst emissionsarme Lacke und Farben verwendet werden. Das Gütesiegel „Blauer Engel“ bürgt hier für niedrige Schadstoffgehalte. Ein besonderer Tipp sind lösungsmittelfreie Kaseinfarben. Diese können auch beim Renovieren von Kinderzimmern über alte Farben gestrichen werden. Für Tapeten, Gardinen etc. am besten nur Stoffe aus Naturmaterialien verwenden. Das Waschen von Gardinen, Bettzeug etc. vor der ersten Nutzung reduziert mögliche Verunreinigungen mit Pestiziden und Farbrückständen. Leder ist wegen des hohen Chemikalieneinsatzes beim Gerben für Kinderzimmer ungeeignet.

Tipps zum Renovieren von Kinderzimmern

Kinderzimmer möglichst vor Ankunft des Nachwuchses renovieren. So können Farben und Lacke ausdünsten und Kinder werden nicht mit Staub und Lärm belästigt. Alte, mit Holzschutzmitteln behandelte Vertäfelungen und Fußböden müssen ersetzt werden. Dies sollte von einer Fachfirma vorgenommen werden, da bei der Sanierung giftige Stäube entstehen.
Als Tapeten sind luftdurchlässige Papiertapeten (z.B. Raufasertapeten) zu empfehlen. Asbesthaltige Nachtspeicheröfen sollten am besten durch Spezialfirmen entsorgt werden. Ein besonderer Tipp zum Renovieren von Kinderzimmern: Wenn Spanplatten weiter verwendet werden sollen, kann die Ausdünstung von Formaldehyd durch dicke Schichten (mindestens 3) lösungsmittelfreien Lacks reduziert werden. Für Spachtelmassen, Klebstoffe, Dichtstoffe, Unterlegbahnen etc. in Kinderzimmern sind Produkte mit dem Prüfsiegel EMICODE EC 1 plus oder EMICODE EC 1 ein besonderer Tipp beim Renovieren. Das Siegel ist an hellgrüner, kreisförmig angeordneter Schrift auf weißem Grund erkennbar.

Auch Spielzeug kann gefährliche Schadstoffe enthalten

Wie Tests der Stiftung Warentest ergaben, ist Spielzeug für Kinder trotz verschärfter gesetzlicher Grenzwerte keineswegs frei von Schadstoffen. Diese Erkenntnis ist besonders alarmierend, da Kinder die Schadstoffe aus Spielzeug nicht nur über die Atemluft oder die Haut aufnehmen. Kleinkinder stecken fast alles in den Mund. Dies kann zusätzlich zu einer nicht unerheblichen oralen Aufnahme von Schadstoffen führen. Konkret wurden in Holzspielzeug polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs), Formaldehyd, nitrosierbare Stoffe und Organozinnverbindungen gefunden. Diese Stoffe können unter anderem Krebs auslösen und zu späterer Unfruchtbarkeit führen. Besonders hohe Konzentrationen von Schadstoffen fanden sich in den Lacken von Spielzeugen. Aber auch Kunststoffteile und Sperrholzelemente waren kontaminiert. [2]

Tipps für Spielzeug ohne Schadstoffe: Spielzeug aus Plastik ist oft weniger mit Schadstoffen belastet als lackiertes Holzspielzeug. [3] Spielzeug aus naturbelassenem Holz gilt als unproblematisch. Gütesiegel, wie zum Beispiel das GS-Zeichen, kennzeichnen schadstoffarme Spielsachen. Das oft verwendete CE-Zeichen vergeben die Hersteller selbst. Die Aussagekraft ist daher äußerst begrenzt.



Kinderzimmer schadstoffarm einrichten und renovieren – die wichtigsten Tipps:

  • Schwangere sollten keine Renovierungsarbeiten ausführen, bei denen giftige Stäube oder Dämpfe entstehen.
  • Nur Farben und Lacke ohne schädliche Lösungsmittel verwenden. Lösungsmittel auf Wasserbasis oder Produkte mit dem „Blauen Engel“ sind zu empfehlen.
  • Spanplatten können Formaldehyd ausdünsten. Besser Massivholz oder formaldehydfreie Spanplatten mit der Kennzeichnung „FO“ verwenden.
  • Pflanzen sorgen für ein gutes Raumklima im Kinderzimmer und machen die Luft schadstoffärmer.
  • PVC Fußböden sind wegen enthaltener Weichmacher für schadstoffarme Kinderzimmer nicht geeignet.
  • Feuchtes Wischen und Staubsaugen (nur Staubsauger mit Mikrofilter verwenden) reduzieren schadstoffbelasteten Hausstaub.
  • Die Prüfsiegel EMICODE EC 1 plus und EMICODE EC 1 weisen auf schadstoffarme Materialien für den Innenausbau des Kinderzimmers hin.
  • Kinderspielzeug aus Plastik enthält oft weniger Schadstoffe als lackiertes Spielzeug.
  • Das GS-Zeichen ist ein guter Hinweis auf wenig Schadstoffe im Spielzeug. Das CE-Zeichen sagt hingegen wenig aus.




[1] Umweltbundesamt, „Dioxine“: http://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/dioxine

[2] Stiftung Warentest, „Holzspielzeug: Die Hälfte birgt Gefahren“: http://www.test.de/Holzspielzeug-Die-Haelfte-birgt-Gefahren-4633745-0/

[3] Stiftung Warentest, „Spielzeug: Alarm im Kinderzimmer“: http://www.test.de/Spielzeug-Alarm-im-Kinderzimmer-4150171-0/