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Allergien durch Schadstoffe

Wie kann man Allergien bei Kindern vorbeugen?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Körpers bzw. Immunsystems auf bestimmte Stoffe. Obwohl viele dieser Stoffe vollkommen harmlos sind (z. B. Pollen, Hausstaub), verursachen sie mitunter schwere Allergiesymptome. In westlichen Industrieländern sind etwa 20–25 % der Kinder von Allergien betroffen. Allergien können insbesondere bei Kindern auch durch Schadstoffe in der Luft oder in der Nahrung ausgelöst werden. Die Neigung bestimmte Allergien zu entwickeln, wird teilweise vererbt. Wenn beide Elternteile unter der gleichen Allergie leiden, entwickelt das Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 60–80 % die gleiche Allergie. [1]


Schadstoffe als Ursache für Allergien bei Kindern

Das Immunsystem von Kindern ist in der frühen Kindheit noch nicht voll ausgebildet. Außerdem reagiert das Immunsystem von Kindern oft wesentlich sensibler auf Allergene und Schadstoffe als das von Erwachsenen. Die Nahrung, Umgebung und Atemluft von Kindern enthält verschiedenste potentielle Schadstoffe, die Allergien auslösen können. Dazu zählen zum Beispiel Pestizidrückstände in Lebensmitteln, Ausdünstungen aus Möbeln und Wandfarben, Chemikalien in der Kleidung oder Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr und Kraftwerken. Schadstoffe können Allergien bei Kindern entweder direkt auslösen oder die Ausbildung von Allergien begünstigen.


Kontaktallergien durch Schadstoffe bei Kindern

Zu den Schadstoffen, die Allergien bei Kindern direkt auslösen können, zählen unter anderem Farbstoffe in der Kleidung, bestimmte Waschmittelzusätze oder Nickel. Allergien bei Kindern gegen die genannten Schadstoffe führen meist zu sogenannten Kontaktallergien der Haut. So können nickelhaltige Brillengestelle spezifische Brillen-Kontaktekzeme auslösen. Diese äußern sich in roten, juckenden und schuppenden Hautstellen im Bereich der Brille. Ein häufiger Auslöser von Kontaktallergien sind auch Duft- und Konservierungsstoffe in Waschmitteln oder Pflegeprodukten. Der Zusammenhang zwischen Allergie und Auslöser ist bei Kontaktallergien meist offensichtlich. Durch das Waschen von Kleidung vor dem ersten Tragen oder durch einen Wechsel zu einem anderen Produkt kann hier dem nochmaligen Auftreten von Allergien bei Kindern leicht vorgebeugt werden. Vielfach gibt es im Handel auch extra für Allergiker geeignete Waschmittel und Pflegeprodukte, die ohne problematische Duft- und Konservierungsstoffe auskommen.

Allergien bei Kindern durch Schadstoffe aus der Umwelt

Viele Schadstoffe aus der Umwelt können ebenfalls Allergien bei Kindern auslösen. Studien zeigen, dass Kinder, die in der Nähe von viel befahrenen Straßen wohnen, häufiger Allergien der Atemwege entwickeln. Allergieauslösende Schadstoffe sind hier unter anderem feine Rußpartikel und andere Bestandteile von Feinstaub. Auch bei Kindern ist in den letzten Jahrzehnten eine stetige Zunahme von Pollenallergikern zu verzeichnen. Wissenschaftler sind der Meinung, dass Zunahme der Allergien bei Kindern durch anhaftende Schadstoffe aus der Luft verursacht wird und nicht durch die Pollen selbst. Durch den Kontakt mit Rußpartikeln und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs) bilden die Pollen verstärkt allergene Lipidmediatoren. Anhaftende Rußpartikel und die Lipidmediatoren verstärken die allergene Wirkung im Kontakt mit der Nasenschleimhaut um ein Vielfaches. Konkret wiesen Birkenpollen von viel befahrenen Straßen im Vergleich zu Birkenpollen aus ländlichen Gebieten die dreifache Menge an Allergenen auf. [2]
Auch die Belastung mit Chlorverbindungen beim Babyschwimmen wird mit einer Zunahme von Allergien der Atemwege in Verbindung gebracht. Zum Vorbeugen von Allergien bei Kindern empfiehlt das Bundesumweltamt daher, in Familien mit gehäuftem Auftreten von Allergien, auf das Babyschwimmen zu verzichten. [3] Tabakrauch ist eine weitere Ursache für die verschiedensten Allergien bei Kindern. Betroffen sind hier meist die oberen Atemwege. Tabakrauch enthält auch den als allergen geltenden Schadstoff Formaldehyd. Formaldehyd kann neben Tabakrauch auch aus Möbeln und Teppichböden freigesetzt werden. Schimmel ist ebenfalls ein häufiger Auslöser für Allergien bei Kindern.


Allergien gegen Lebensmittel, Medikamente und Insekten

Lebensmittelallergien sind bei Kindern zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr besonders häufig. Vielfach bestehen Allergien gegen Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Nüsse, Eier oder Weizen. Eine Allergie gegen Weizen darf dabei nicht mit einer Unverträglichkeit gegen Gluten (Zöliakie) verwechselt werden, bei der alle glutenhaltigen Lebensmittel gemieden werden müssen.

So können Sie Allergien bei Kindern vorbeugen

  • Das Stillen von Kindern ist eine sehr gute Maßnahme zum Vorbeugen von Allergien.
  • Wenn Kinder nicht gestillt werden können, sollte spezielle hypoallergene Nahrung verwendet werden.
  • Schützen Sie Kinder vor Tabakrauch/Passivrauchen und rauchen Sie nicht in deren Nähe und in Innenräumen.
  • Übertriebene Hygiene im Haushalt kann Allergien fördern. Kinder, die zum Beispiel in Krippen viel Kontakt zu anderen Kindern haben, leiden seltener an Allergien. Desinfektionsmittel sind im Haushalt in der Regel nur dann nötig, wenn ein Familienmitglied eine ansteckende Krankheit hat.
  • Besonders Zimmer von Kindern sollten stets gut gelüftet werden, um die Bildung von Schimmelpilzen zu vermeiden. So kann man einer Allergie durch Schimmelpilze vorbeugen.
  • Bei bestehenden Allergien ist die Hyposensibilisierung durch einen Arzt zu empfehlen. Diese Behandlung beugt auch der Entwicklung von Kreuzallergien (Allergie gegen ähnliche Stoffe) bei Kindern vor.
  • Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben sollten Kuscheltiere und Bettzeug regelmäßig gewaschen werden. Ebenso gibt es allergikerfreundliche Matratzen- und Bettbezüge.




[1] Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V., „Allergien vorbeugen“: http://www.daab.de/allergien/allergien-vorbeugen/

[2] Pharmazeutische Zeitung, „Mehr Allergien durch aggressive Pollen“: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=841

[3] Umweltbundesamt, „Umwelt und Kindergesundheit“: http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/publikationen/umwelt_und_kindergesundheit.pdf