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Gesunde Familie

Schadstoffe in Schwangerschaft und Muttermilch

Schadstoffe, die während der Schwangerschaft aufgenommen werden, können den Fötus im Mutterleib schädigen. Viele Schadstoffe gehen auch in die Muttermilch über und werden so zu einer Gefahr für Säuglinge. Die Gesundheit von Kindern kann aber auch durch Lärm und elektromagnetische Felder Schaden nehmen. Ein völlig schadstofffreies Aufwachsen von Kindern ist in Industrieländern utopisch. Mit einigen einfachen Maßnahmen und Verhaltensregeln lassen sich die Risiken durch Schadstoffe und Umwelteinflüsse jedoch deutlich reduzieren.

Schadstoffe können bis zum Fötus im Mutterleib vordringen

Der Blutkreislauf von Mutter und Fötus ist durch die Plazenta voneinander getrennt. Untersuchungen zeigen, dass die Plazenta etwa 90% der von der Mutter während der Schwangerschaft aufgenommenen Schadstoffkonzentrationen vom Fötus fernhält (Plazentaschranke). Allerdings können die restlichen 10% der Schadstoffe bzw. Schadstoffkonzentrationen ausreichen, um den Fötus zu gefährden. Einige Schadstoffe, wie zum Beispiel Alkohol, passieren die Plazentaschranke auch ungehindert. Viele Schadstoffe reichern sich während der Schwangerschaft sogar im Fötus an, da diesem wichtige schadstoffabbauende Enzyme fehlen.

Schadstoffe während der Schwangerschaft – welche sind für den Fötus gefährlich?

Die Menge an möglichen Umweltschadstoffen ist selbst für Experten nur schwer überschaubar. So wurden im Blut bzw. Urin von Erwachsenen über 200 Substanzen nachgewiesen, die nicht natürlichen Ursprungs waren. Zu den am häufigsten während der Schwangerschaft aufgenommen Schadstoffen gehört Alkohol. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann beim Fötus schwere körperliche und geistige Entwicklungsstörungen verursachen. [1] Auch durch Rauchen und Passivrauchen während der Schwangerschaft wird das ungeborene Kind großen Risiken (Fehlgeburten, Lippenspalte etc.) ausgesetzt. Eine erhöhte Exposition gegenüber Weichmachern in der Schwangerschaft (enthalten in z.B. PVC und Kunststoffverpackungen) erhöht bei Kindern unter anderem das Risiko für Neurodermitis und Allergien. Schadstoffe aus der Gruppe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs) werden aus Abgasen und Tabakrauch freigesetzt. PAKs dringen bis in die DNA des Fötus vor und können dort bereits die Grundlage für spätere Krebserkrankungen legen. Ein generelles Risiko geht für den Fötus während der Schwangerschaft von den zahlreichen im Feinstaub vorhandenen Schadstoffen aus. [2]

Schadstoffe in der Muttermilch

Viele Schadstoffe können in die Muttermilch übergehen. Dazu zählen zum Beispiel Dioxine, PCB, Weichmacher, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle. Aber auch Alkohol und schädliche Bestandteile von Tabakrauch gehen teilweise in die Muttermilch über. Einige Wissenschaftler sprechen sogar von einer „Entgiftung der Mutter“ über die Muttermilch. So zeigte sich in einer Studie, dass die Muttermilch beim Stillen des ersten Kindes am stärksten mit Schadstoffen belastet war. [3] Grundsätzlich ist bei einer verstärkten Schadstoffbelastung der Mutter immer eine Schädigung des Säuglings möglich. Dies gilt auch für eine Einnahme von Medikamenten. Insgesamt ist die Belastung der Muttermilch mit Schadstoffen in den letzten Jahrzehnten eher rückläufig und die Grenzwerte für die meisten Schadstoffe werden überwiegend deutlich unterschritten. Muttermilch kann in vielen Bundesländern kostenlos auf Schadstoffe getestet werden.



Tipps zur Vermeidung von Schadstoffen während Schwangerschaft und Stillzeit:

  • Alkohol und Rauchen sind wegen der darin enthaltenen Schadstoffe während der Schwangerschaft und Stillzeit tabu.
  • Medikamente sollte nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.
  • In Innenräumen geht von Fußböden und Materialien aus PVC ein Risiko aus. Setzen Sie besser auf Naturmaterialien wie Holz oder Kork.
  • Zur Senkung der Hausstaubexposition sollten Sie am besten nur feucht wischen und/oder Staubsauger mit Mikrofiltern verwenden.

Lärm schadet Kindern

Neben Umweltschadstoffen ist auch Lärm eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Kinder. Lärm kann bei Kindern bereits ab 85 Dezibel zu direkten Schäden am Gehör führen. Diese Lautstärke wird zum Beispiel an vielbefahrenen Straßen erreicht. Aber selbst Lärm weit unterhalb dieser Schwelle schadet Kindern langfristig. Chronische Lärmschäden sind zum Beispiel Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen, Bluthochdruck und ein erhöhter Level von Stresshormonen. Besonders schadet Lärm Kindern während der Nacht. Der kindliche Körper reagiert auf die Störung der wichtigen Regenerationsphase in der Nacht besonders empfindlich. Lärm schadet Kindern hier auch, wenn dieser nicht bewusst (z.B. durch Aufwachen) wahrgenommen wird.



Tipps zum Schutz von Kindern vor Lärm:

  • Schlafzimmer von Kindern sollten möglichst nicht zur Straße hin liegen. Ist dies nicht möglich, können spezielle Schallschutzfenster den Lärmpegel senken.
  • Um Kindern im Schlaf nicht durch Lärm zu schaden, sollten im Schlafzimmer 20 Dezibel nicht überschritten werden.
  • Für Kinder geeignete Ohrstöpsel wenden bei unvermeidlichem Lärm Schaden von Kinderohren ab.
  • MP3-Player und andere mit Ohrhörern versehene Geräte sollten von Kindern nur sehr vorsichtig verwendet werden.
  • Kaufen Sie kein Spielzeug, das laute Geräusche von sich gibt. Oft halten Kinder ihr Ohr beim Spielen direkt daran.

Können elektromagnetische Felder Kinder schädigen?

Der Einfluss von schwachen elektromagnetischen Feldern auf Kinder bzw. den Menschen ist umstritten. Kinder können insgesamt jedoch wesentlich empfindlicher auf elektromagnetische Felder reagieren als Erwachsene. Kinder werden schwachen elektromagnetischen Feldern zum Beispiel durch Stromleitungen in Bettnähe, Babyphones, WLAN oder Handys ausgesetzt. Diskutiert werden schlafstörende und konzentrationsmindernde Effekte von elektromagnetischen Feldern auf Kinder. Auch ein Aufbrechen der wichtigen Blut-Hirnschranke und krebsfördernde Wirkungen können nicht völlig ausgeschlossen werden. Um Kinder vor elektromagnetischen Feldern zu schützen, sollten Kinder sich daher möglichst nicht länger direkt neben WLAN-Modems, Bluetooth-Sendern, DECT-Basisstationen oder Netz- und Ladegeräten aufhalten. Insbesondere das Kinderbett sollte mindestens 3 Meter entfernt von solchen Strahlungsquellen positioniert werden. Die Benutzung von Schnurlostelefonen und Handys ist bei Kindern auf ein Minimum zu beschränken. [4]


[1] Universität Duisburg Essen, „Alkohol und Schwangerschaft“: https://www.uni-due.de/fas/Drozella/schwanger2.htm

[2] Frederica et. al. (2003), „Effects of Transplacental Exposure to Environmental Pollutants on Birth...“: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1241351/pdf/ehp0111-000201.pdf

[3] Monatsschrift Kinderheilkunde, „Rückstände und Schadstoffe in der Muttermilch“: https://www.allum.de/sites/default/files/rueckstaende-schadstoffe-muttermilch-2012.pdf

[4] BUND, „Elektrosmog“: http://www.bund.net/themen_und_projekte/technischer_umweltschutz/elektrosmog/handlungsmoeglichkeiten/